| Autor: | Crace, Jim |
|---|---|
| Titel: | Ein Mann, eine Frau und der Tod Roman |
| Rezension: |
Inhalt:
Beinahe dreißig Jahre sind die Meereszoologen Joseph und Celice miteinander verheiratet. Ein paar frei Tage vom Universitätsalltag bringen Joseph auf eine romantische Idee: Er will mit seiner Frau noch einmal nach Baritone Bay fahren, jenem wilden Küstenstreifen, wo sie sich einst als Studenten kennen gelernt haben. Damals geschah dort ein tragisches Unglück, für das sich Celice die Schuld gibt. Sie zögert zunächst, lässt sich aber schließlich überreden. Doch was als langer Spaziergang mit Picknick geplant war, endet mit einem Verbrechen. Das Paar wird heimtückisch ermordet. Zwei Tote liegen am Meer. Es dauert sechs Tage, bis die gefunden werden. Was geschieht mit ihren Körpern? Wie verbrachten Joseph und Celice die letzten Stunden ihres Lebens? Was geht in den Menschen vor, die sie zurückgelassen haben? Und was passierte damals vor vielen Jahren?
Der Aufsehen erregende Roman von Jim Crace beginnt mit dem tragischen Tod der beiden Hauptdarsteller. Grausam werden die Zoologen Celice und Joseph in Meeresnähe ermordet. Sie liegen in den Dünen und bieten einen abscheulichen Anblick. Entstellt mit eingeschlagenem Schädel scheint Joseph seine Celice mit einer Fingerspitze noch festzuhalten, mausetot, aber trotzdem in Liebe vereint. Und weil das Leben weitergeht, dienen sie Käfern, Möwen, Krabben und Fliegen mit ihren nutzlos gewordenen Überresten als Nahrung. Dem Leser wird von diesem Sterben nichts erspart: weder die Details der Mordtat noch die Wandlung der Leichname unter freiem Himmel. Aber nicht durch fragwürdige Schockeffekte, sondern durch eine Mischung von physiologischer Präzision und poetisch-imaginativer Kraft geraten gerade diese Passagen zu den eigentlichen Höhepunkten des Romans. Jim Crace beschreibt ohne Beschönigung, jedoch taktvoll die Fakten der Vergänglichkeit. Von der grausigen Gegenwart aus wird dann das Rad der Zeit zurückgedreht - zum Beginn des Todestages und gleichzeitig noch mal zurück in die Siebziger, als sich das Zoologenehepaar kennenlernte. Unbeholfen, aber auch unvergessen der erste Liebesakt der Beiden in der Bucht, der 30 Jahre später noch mal wieder aufgelegt werden soll. Ein Mann, eine Frau und der Tod ist kein bequemes Buch, sondern zerrt im Gegenteil die unvermeidliche Vergänglichkeit des Seins an die Oberfläche. |
| Infos: | Aus dem Englischen von Ahlers, Walter, Erscheinungsdatum: Sept. 2000, Knaus Albrecht Verlag München, Hardcover, 240 Seiten, DM 36,00, ISBN 3-8135-0174-4 |
| Datum: | 04.01.01 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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Inhalt:
Beinahe dreißig Jahre sind die Meereszoologen Joseph und Celice miteinander verheiratet. Ein paar frei Tage vom Universitätsalltag bringen Joseph auf eine romantische Idee: Er will mit seiner Frau noch einmal nach Baritone Bay fahren, jenem wilden Küstenstreifen, wo sie sich einst als Studenten kennen gelernt haben. Damals geschah dort ein tragisches Unglück, für das sich Celice die Schuld gibt. Sie zögert zunächst, lässt sich aber schließlich überreden. Doch was als langer Spaziergang mit Picknick geplant war, endet mit einem Verbrechen. Das Paar wird heimtückisch ermordet. Zwei Tote liegen am Meer. Es dauert sechs Tage, bis die gefunden werden. Was geschieht mit ihren Körpern? Wie verbrachten Joseph und Celice die letzten Stunden ihres Lebens? Was geht in den Menschen vor, die sie zurückgelassen haben? Und was passierte damals vor vielen Jahren?
Der Aufsehen erregende Roman von Jim Crace beginnt mit dem tragischen Tod der beiden Hauptdarsteller. Grausam werden die Zoologen Celice und Joseph in Meeresnähe ermordet. Sie liegen in den Dünen und bieten einen abscheulichen Anblick. Entstellt mit eingeschlagenem Schädel scheint Joseph seine Celice mit einer Fingerspitze noch festzuhalten, mausetot, aber trotzdem in Liebe vereint. Und weil das Leben weitergeht, dienen sie Käfern, Möwen, Krabben und Fliegen mit ihren nutzlos gewordenen Überresten als Nahrung. Dem Leser wird von diesem Sterben nichts erspart: weder die Details der Mordtat noch die Wandlung der Leichname unter freiem Himmel. Aber nicht durch fragwürdige Schockeffekte, sondern durch eine Mischung von physiologischer Präzision und poetisch-imaginativer Kraft geraten gerade diese Passagen zu den eigentlichen Höhepunkten des Romans. Jim Crace beschreibt ohne Beschönigung, jedoch taktvoll die Fakten der Vergänglichkeit. Von der grausigen Gegenwart aus wird dann das Rad der Zeit zurückgedreht - zum Beginn des Todestages und gleichzeitig noch mal zurück in die Siebziger, als sich das Zoologenehepaar kennenlernte. Unbeholfen, aber auch unvergessen der erste Liebesakt der Beiden in der Bucht, der 30 Jahre später noch mal wieder aufgelegt werden soll. Ein Mann, eine Frau und der Tod ist kein bequemes Buch, sondern zerrt im Gegenteil die unvermeidliche Vergänglichkeit des Seins an die Oberfläche.