| Autor: | Boyle, Tom Coraghessan |
|---|---|
| Titel: | Der Fliegenmensch und andere Stories |
| Rezension: |
"Die Tür ging auf und da stand er. Er richtete sich kerzengerade auf, mit soviel Würde, wie man sie von einem erwachsenen Mann mit roter Badekappe und rosa Trikot eben erwarten kann, und kam ins Büro hereingehoppelt. Ich betrachtete Kappe und Cape, Stulpenstiefel und Trikot, die hängenden Schultern und die fleischlosen Glieder." Die (tragische) Erfolgsgeschichte des Fliegenmenschen beginnt in einer billigen Künstleragentur in Los Angeles. Getrieben von Wahn und Ehrgeiz, berühmt sein zu wollen, ist der Fliegenmensch zu allem bereit: er hängt sich im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers zwei Wochen lang aus dem Fenster und schnallt sich auf die Tragflächen einer DC 10. Und er wird berühmt. Doch Gast in der Johnny Carson Show und auf den Titelseiten aller amerikanischen Tageszeitungen zu sehen zu sein, reicht La Mosca Humana nicht - er will berühmt werden wie Fidel Castro. Mit einem Sprung mit einer Harley über 26 Lastwägen will er es endgültig schaffen. Aber es reicht nur bis Nummer 25. So erlebt der Fliegenmensch nicht mehr, wie er zum Vorbild für Puppen, T-Shirts und sogar für eine Zeichentrickserie wird.
Mit der Kurzgeschichte vom Fliegenmensch beginnt der Band von T.C. Boyle. Insgesamt sechs Geschichten erzählen von der Suche nach Selbstverwirklichung - und dem Scheitern in großen und kleinen, realen oder surrealen Katastrophen. Bereits in anderen Erzählbänden einmal veröffentlicht, stellt dieses Taschenbuch die Erzählungen neu zusammen. "Meine Geschichten sind immer aus der eigenen reinen Freude an der Kraft des Erzählens entstanden, und die vorliegende Auswahl sollte, den subversiven Witz und die durchdringende Intelligenz von jungen Menschen ansprechen...", so beschreibt Boyle selbst seine Auswahl.
Große Literatur für junge Leute - unter diesem Motto veröffentlicht dtv Kurzgeschichten von T.C. Boyle sowie anderen Autoren. Die Bücher sollen an den Interessen und Bedürfnisse junger Leser ausgerichtet sein: Textauswahl, Illustrationen namhafter KünstlerInnen und eigens verfasste Kommentare und Nachworte stehen dafür. Den Auftakt bilden Texte von T.C. Boyle, Günter Grass ("Katz und Maus") und Franz Kafka ("Das Urteil"). Illustriert werden die Kurzgeschichten von Boyle von Zeichnungen von Rotraut Susanne Berner. In ihnen fängt die Zeichnerin die Skurrilität der Geschichten noch einmal visuell ein.
T.C. Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Literatur. Für den Roman 'World End' erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis. Von ihm erschienen bei dtv ebenfalls die Romane 'America' (1998) sowie 'Willkommen in Wellville' sowie weitere Bände mit Kurzgeschichten.
Jasmin Oun |
| Infos: | Jan. 2001, dtv, Reihe Hanser, Taschenbuch, 151 Seiten, ISBN 3-423-62048-x, DM 14,50, EUR 7,50 |
| Datum: | 14.02.01 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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"Die Tür ging auf und da stand er. Er richtete sich kerzengerade auf, mit soviel Würde, wie man sie von einem erwachsenen Mann mit roter Badekappe und rosa Trikot eben erwarten kann, und kam ins Büro hereingehoppelt. Ich betrachtete Kappe und Cape, Stulpenstiefel und Trikot, die hängenden Schultern und die fleischlosen Glieder." Die (tragische) Erfolgsgeschichte des Fliegenmenschen beginnt in einer billigen Künstleragentur in Los Angeles. Getrieben von Wahn und Ehrgeiz, berühmt sein zu wollen, ist der Fliegenmensch zu allem bereit: er hängt sich im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers zwei Wochen lang aus dem Fenster und schnallt sich auf die Tragflächen einer DC 10. Und er wird berühmt. Doch Gast in der Johnny Carson Show und auf den Titelseiten aller amerikanischen Tageszeitungen zu sehen zu sein, reicht La Mosca Humana nicht - er will berühmt werden wie Fidel Castro. Mit einem Sprung mit einer Harley über 26 Lastwägen will er es endgültig schaffen. Aber es reicht nur bis Nummer 25. So erlebt der Fliegenmensch nicht mehr, wie er zum Vorbild für Puppen, T-Shirts und sogar für eine Zeichentrickserie wird.
Mit der Kurzgeschichte vom Fliegenmensch beginnt der Band von T.C. Boyle. Insgesamt sechs Geschichten erzählen von der Suche nach Selbstverwirklichung - und dem Scheitern in großen und kleinen, realen oder surrealen Katastrophen. Bereits in anderen Erzählbänden einmal veröffentlicht, stellt dieses Taschenbuch die Erzählungen neu zusammen. "Meine Geschichten sind immer aus der eigenen reinen Freude an der Kraft des Erzählens entstanden, und die vorliegende Auswahl sollte, den subversiven Witz und die durchdringende Intelligenz von jungen Menschen ansprechen...", so beschreibt Boyle selbst seine Auswahl.
Große Literatur für junge Leute - unter diesem Motto veröffentlicht dtv Kurzgeschichten von T.C. Boyle sowie anderen Autoren. Die Bücher sollen an den Interessen und Bedürfnisse junger Leser ausgerichtet sein: Textauswahl, Illustrationen namhafter KünstlerInnen und eigens verfasste Kommentare und Nachworte stehen dafür. Den Auftakt bilden Texte von T.C. Boyle, Günter Grass ("Katz und Maus") und Franz Kafka ("Das Urteil"). Illustriert werden die Kurzgeschichten von Boyle von Zeichnungen von Rotraut Susanne Berner. In ihnen fängt die Zeichnerin die Skurrilität der Geschichten noch einmal visuell ein.
T.C. Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Literatur. Für den Roman 'World End' erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis. Von ihm erschienen bei dtv ebenfalls die Romane 'America' (1998) sowie 'Willkommen in Wellville' sowie weitere Bände mit Kurzgeschichten.
Jasmin Oun