| Autor: | Heine, E.W. |
|---|---|
| Titel: | Kinkerlitzchen. Neue Kille Kille Geschichten. |
| Rezension: |
Wer die alten Kille Kille Geschichten nicht kennt (wie die Rezensentin), für den stellt sich zunächst die Frage, ob die neuen Geschichten so heißen, weil sie vorwiegend vom gewaltsamen Sterben handeln oder weil sie den Leser zum Lachen bringen. Nach der Lektüre wird vermutet, dass sie so heißen, weil sie beides tun. Dabei behandeln die Kurzgeschichten ganz banale alltägliche Dinge - die Teilnahme an einer TV-Show, einen Gerichtstermin, einen Grenzverkehr - Kinkerlitzchen eben.
In der Episode "Männer sind ja so dämlich" beispielsweise beschreibt Heine, wie eine Frau mit einer Vorliebe für Pferde durchs Leben kommt: "Vom Reiten verstand sie was. Männer sind wie Pferde, pflegte sie zu sagen: Stark, leicht zu dressieren und vielseitig verwendbar: geduldige Arbeitstiere, heiße Deckhengste, Schlachtrösser, Rennpferde. Sie gehorchen auf Schenkeldruck und fressen dir aus der Hand. Sie tragen dich, wohin zu willst. Es gibt nichts Besseres, um voranzukommen." Und voran kommt Edda von Samson: Ein Ehemann ist reicher als der andere. Nachdem sie ein gepflegtes Haus und ein dickes Bankkonto hat, wendet sich Edda den Männern nur noch zum Vergnügen zu - das kommt sie allerdings teuer zu stehen, als ein Ex-Mann sie zur Mutter macht, ohne dass sie etwas davon weiß...
Sprachlich anregend, inhaltlich amüsant und tiefgründig, voll von schwarzem Humor und immer mit einem bitteren Schuss Wahrheit lassen sich die neuen Kille Kille Geschichten gut lesen und machen Lust auf mehr.
E.W. Heine wurde in Berlin geboren und arbeitete viele Jahre in Arabien und Südafrika als Architekt. Literarischen Erfolg feierte er bereits mit seinen historischen Romanen "Das Halsband der Taube" und "Der Flug des Feuervogels".
Jasmin Oun |
| Infos: | 2001, C. Bertelsmann Verlag, gebunden, 159 Seiten, ISBN: 3570005755, EUR 18,42 |
| Datum: | 02.01.02 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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Wer die alten Kille Kille Geschichten nicht kennt (wie die Rezensentin), für den stellt sich zunächst die Frage, ob die neuen Geschichten so heißen, weil sie vorwiegend vom gewaltsamen Sterben handeln oder weil sie den Leser zum Lachen bringen. Nach der Lektüre wird vermutet, dass sie so heißen, weil sie beides tun. Dabei behandeln die Kurzgeschichten ganz banale alltägliche Dinge - die Teilnahme an einer TV-Show, einen Gerichtstermin, einen Grenzverkehr - Kinkerlitzchen eben.
In der Episode "Männer sind ja so dämlich" beispielsweise beschreibt Heine, wie eine Frau mit einer Vorliebe für Pferde durchs Leben kommt: "Vom Reiten verstand sie was. Männer sind wie Pferde, pflegte sie zu sagen: Stark, leicht zu dressieren und vielseitig verwendbar: geduldige Arbeitstiere, heiße Deckhengste, Schlachtrösser, Rennpferde. Sie gehorchen auf Schenkeldruck und fressen dir aus der Hand. Sie tragen dich, wohin zu willst. Es gibt nichts Besseres, um voranzukommen." Und voran kommt Edda von Samson: Ein Ehemann ist reicher als der andere. Nachdem sie ein gepflegtes Haus und ein dickes Bankkonto hat, wendet sich Edda den Männern nur noch zum Vergnügen zu - das kommt sie allerdings teuer zu stehen, als ein Ex-Mann sie zur Mutter macht, ohne dass sie etwas davon weiß...
Sprachlich anregend, inhaltlich amüsant und tiefgründig, voll von schwarzem Humor und immer mit einem bitteren Schuss Wahrheit lassen sich die neuen Kille Kille Geschichten gut lesen und machen Lust auf mehr.
E.W. Heine wurde in Berlin geboren und arbeitete viele Jahre in Arabien und Südafrika als Architekt. Literarischen Erfolg feierte er bereits mit seinen historischen Romanen "Das Halsband der Taube" und "Der Flug des Feuervogels".
Jasmin Oun