| Autor: | Fondation Beyeler (Hrsg.) |
|---|---|
| Titel: | Mark Rothko Katalog zur Ausstellung in der Fondation Beyeler, Riehen/Basel v. 18.2.-29.4. 2001 |
| Rezension: |
Anlässlich einer 2001 in der Fondation Beyeler/Basel gezeigten Mark Rothko-Retrospektive, erschien der gleichnamige Bildband im Hatje Cantz Verlag. Rothko gilt als herausragender Vertreter des abstrakten Expressionismus. Seine Gemälde zeichnen sich durch eine charakteristische Schichtung horizontaler Farbflächen auf monochromem Grund aus und stellen einen Meilenstein der klassischen Moderne dar.
Der Kunstband deckt ebenso wie die Ausstellung alle Schaffenphasen des amerikanischen Künstlers russischer Abstammung ab. Zentrales Thema Rothkos war die Herstellung einer speziellen Beziehung zwischen Bild und Betrachter. Dazu diente in Ausstellungen eine dichte und tiefe Hängung der Werke in kleinen Räumen, eine gedämpfte Beleuchtung, die das Herstellen einer persönlichen Beziehung zu den zumeist großformatigen Werken erleichtern sollte. In dem vorliegenden Kunstband wird die Bild-Betrachter-Beziehung über 154, zumeist farbige ganzseitige Abbildungen erzeugt. Er zeigt neben Werken des Rothko Rooms der Phillips Collection und den Harvard Murals vor allem Werke der klassischen Phase der 50er Jahre. Die Qualität der Abbildungen ist ausgezeichnet und gibt die farbintensiv gestalteten Werke angemessen wider.
Begleitet wird der Kunstband von durchgängig englischsprachigen Texten von Marjorie Cohn, Franz Meyer, Eliza Rathbone, Jeffrey Weiss, Oliver Wick und anderen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Beitrag über das Bild-Betrachter-Verhältnis "Mark Rothko - A consummated experience between picture and onlooker" von Oliver Wick. Hilfreich sind auch die detaillierte Biographie sowie die ausgezeichnete Bibliographie, die den Band abschließen.
Mark Rothko wurde als Mark Rothkowitz im russischen Dwinsk im Jahr 1903 geboren. 1913 emigirierte die Familie in die USA und ließ sich in Portland nieder. Nach einem abschlusslosen Yale-Studium und einem Zwischenstopp in Portland, bei dem Rothko seine lebenslange Liebe zu Schauspielerei, Farbe und Musik entdeckte, ging Rothko nach New York. Hier begann er ein Design-Studium, 1928 stellte er erstmals öffentlich (Landschafts-)Bilder aus. 1935 fand sich Rothko unter den Mitbegründern der expressionistischen Künstlergruppe 'The Ten'; 1949 gründete er gemeinsam mit anderen Künstlern die 'Subject of the artist school'. Seit 1946 entfernte sich Rothko von seinen damals biomorphen Motiven und entwickelte die später als Multiforms bekannten Werke. Bei einer Austellung im Jahre 1951 präsentierte Rothko erstmals seine "klassischen" Bilder mit den aufgelösten Rändern. Seine Farben könnten nicht zusammen leben, die Vision der Harmonie existiere nur für einen Moment, ehe sie zerschlagen werde, kommentierte Rothko sie. Seit Ende der 50er Jahre ist eine Verstärkung der dunklen Farbpalette in Rothkos Werk zu erkennen. 1968 erhält er den Befund für eine schwere Herzerkrankung, im Februar 1970 nimmt sich Rothko in seinem Atelier das Leben.
Jasmin Oun |
| Infos: | 2001, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, gebunden, 203 S. mit 110 Farb- und 30 SW-Abb., ISBN: 3-7757-1026-4, EUR 49,80 |
| Datum: | 17.07.02 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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Anlässlich einer 2001 in der Fondation Beyeler/Basel gezeigten Mark Rothko-Retrospektive, erschien der gleichnamige Bildband im Hatje Cantz Verlag. Rothko gilt als herausragender Vertreter des abstrakten Expressionismus. Seine Gemälde zeichnen sich durch eine charakteristische Schichtung horizontaler Farbflächen auf monochromem Grund aus und stellen einen Meilenstein der klassischen Moderne dar.
Der Kunstband deckt ebenso wie die Ausstellung alle Schaffenphasen des amerikanischen Künstlers russischer Abstammung ab. Zentrales Thema Rothkos war die Herstellung einer speziellen Beziehung zwischen Bild und Betrachter. Dazu diente in Ausstellungen eine dichte und tiefe Hängung der Werke in kleinen Räumen, eine gedämpfte Beleuchtung, die das Herstellen einer persönlichen Beziehung zu den zumeist großformatigen Werken erleichtern sollte. In dem vorliegenden Kunstband wird die Bild-Betrachter-Beziehung über 154, zumeist farbige ganzseitige Abbildungen erzeugt. Er zeigt neben Werken des Rothko Rooms der Phillips Collection und den Harvard Murals vor allem Werke der klassischen Phase der 50er Jahre. Die Qualität der Abbildungen ist ausgezeichnet und gibt die farbintensiv gestalteten Werke angemessen wider.
Begleitet wird der Kunstband von durchgängig englischsprachigen Texten von Marjorie Cohn, Franz Meyer, Eliza Rathbone, Jeffrey Weiss, Oliver Wick und anderen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Beitrag über das Bild-Betrachter-Verhältnis "Mark Rothko - A consummated experience between picture and onlooker" von Oliver Wick. Hilfreich sind auch die detaillierte Biographie sowie die ausgezeichnete Bibliographie, die den Band abschließen.
Mark Rothko wurde als Mark Rothkowitz im russischen Dwinsk im Jahr 1903 geboren. 1913 emigirierte die Familie in die USA und ließ sich in Portland nieder. Nach einem abschlusslosen Yale-Studium und einem Zwischenstopp in Portland, bei dem Rothko seine lebenslange Liebe zu Schauspielerei, Farbe und Musik entdeckte, ging Rothko nach New York. Hier begann er ein Design-Studium, 1928 stellte er erstmals öffentlich (Landschafts-)Bilder aus. 1935 fand sich Rothko unter den Mitbegründern der expressionistischen Künstlergruppe 'The Ten'; 1949 gründete er gemeinsam mit anderen Künstlern die 'Subject of the artist school'. Seit 1946 entfernte sich Rothko von seinen damals biomorphen Motiven und entwickelte die später als Multiforms bekannten Werke. Bei einer Austellung im Jahre 1951 präsentierte Rothko erstmals seine "klassischen" Bilder mit den aufgelösten Rändern. Seine Farben könnten nicht zusammen leben, die Vision der Harmonie existiere nur für einen Moment, ehe sie zerschlagen werde, kommentierte Rothko sie. Seit Ende der 50er Jahre ist eine Verstärkung der dunklen Farbpalette in Rothkos Werk zu erkennen. 1968 erhält er den Befund für eine schwere Herzerkrankung, im Februar 1970 nimmt sich Rothko in seinem Atelier das Leben.
Jasmin Oun