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Carter - Das Spiel mit dem Teufel

Autor: Gold, Glen David
Titel: Carter - Das Spiel mit dem Teufel
Die Geschichte des großen Magiers Charles Carter
Rezension: Carter - Das Spiel mit dem Teufel San Francisco, Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein Schnee-Blizzard fegt über die Stadt. Zwei Jungen sind allein zu Hause und vertreiben sich die Zeit mit einem in Vaters Bibliothek aufgestöberten Zauberbuch. Der ältere heißt Charles Carter und wird wenige Jahre später durch die Anerkennung des großen Houdini in die Riege der großen Zauberer der Zeit aufgenommen. Mit seinen atemberaubenden Inszenierungen schlägt er das Publikum auf der ganzen Welt in den Bann und rettet so auch schon mal das eigene sowie das Leben seiner Mannschaft, nämlich als man in der Südsee in Gefangenschaft von Piraten gerät. Als weniger lebensrettend erweist sich die Teilnahme des amerkanischen Präsidenten an einer Carterschen "Spiel mit dem Teufel"-Show in San Francisco im Jahre 1923 - der Präsident wird geköpft und dann einem Löwen zum Fraß vorgeworfen. Kurz darauf präsentiert sich der bekannter Weise korrupte Politiker dem wild applaudierenden Publikum, bevor er sich ins Hotel zurückzieht - in dem er wenige Stunden später unter mysteriösen Umständen stirbt. Der Geheimdienst heftet sich an Carters Fersen und versucht ihm eine Mitschuld nachzuweisen, wobei er mehrmals die Fähigkeiten eines Zauberers außerhalb der Bühnenwelt unterschätzt. Agent Griffin, ein Versager par excellance, durchzieht dabei den Roman quasi als running Gag und wird am Ende jedoch dafür mit der Wahrheit belohnt. Trotz der Publicity im Zusammenhang mit dem präsidialen Tod brechen schwere Zeiten für Carters Zauberkunst an: seine Frau stirbt bei einem Bühnenunglück, die Menschen werden zunehmend vom billigeren Kino-Vergnügen angezogen. Doch Carter fällt immer etwas Neues ein, und so nutzt er eine Erfindung des jugendlichen Genies Philo Farnsworth, um die Menschen noch einmal mit etwas nie dagewesenem zu überraschen: der Television. Die Rahmenhandlung des Romans "Carter - Das Spiel mit dem Teufel" von Glen David Gold bildet der Tod des US-Präsidenten. Damit beginnt die Geschichte, um dann zurückzublenden auf Carters erste Schritte auf dem Terrain der Zauberkunst. In den folgenden Kapiteln berichtet Gold dann parallel von den Höhen und Tiefen der Carterschen Karriere sowie den Ermittlungen im Fall Harding. Am Ende fließen beide Erzählstränge zusammen und eröffnen dem Leser das äußerst kurioses Ende eines amerikanischen Präsidenten. Ein weiterer Erzählstrang, nämlich der um den Erfinder Philo Farnsworth hingegen wird zwar in die Geschichte integiert, bleibt aber ein Fremdkörper. Die Erfindung der Television sollte wohl eher Stoff eines eigenen Romans sein denn als Appendix einer an sich vollständigen Geschichte zu dienen. Insgesamt ist Gold mit dem über 600 Seiten starken Roman ein spannender Erstling gelungen. Er vereint Abenteuerroman, Krimi und Liebesgeschichte auf höchst ansprechende Weise. Die - durchaus vorhandenen - historischen Fakten um die Akteure - Carter, Houdini, Harding, Farnsworth - werden dabei frei interpretiert, neu komponiert und mit frei erfundenen Themen - etwa Carter als Vorreiter der Tierschutzbewegung - angereichert. Glen David Gold, Jahrgang 1965, ist selbst leidenschaftlicher Hobbyzauberer. Nach dem Studium der Literaturan der University of California arbeitete er als freier Autor für Zeitungen, Film und Fernsehen. Ein Plakat, das den großen Magier Carter darstellte, das ihm sein Vater schenkte, inspirierte ihn zu seinem Debütroman. Jasmin Oun
Infos: Januar 2002, Karl Blessing Verlag, München, gebunden, 670 Seiten, ISBN: 3896671707, EUR 24,90
Datum: 04.11.02
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