| Autor: | Dische, Irene |
|---|---|
| Titel: | Ein Job Kriminalroman |
| Rezension: |
New York, im kurdischen Jahr 2603: Alan, ein kurdischer Profi-Killer, trifft in der Stadt ein. Er ist gerade aus einem Istanbuler Gefängnis entkommen und muss sich in seinem geliebten Istanbul deshalb rar machen. Vielleicht bietet der Ausflug in die USA ja auch die Chancen für eine zweite Karriere? Zuhause hat er bereits alles erreicht: ein elegantes Appartment, Joop-Socken, Brioni-Anzüge, Frauen in Hülle und Fülle. Sein Auftrag in New York: einen ehemaligen türkischen Politiker, Ex-Gouverneur von Kurdistan, unter Druck zu setzen, in dem er seine Familie tötet. Ein Job, mehr nicht, doch Alan hat mit unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen - sprachlichen, kulturellen und nicht zuletzt sozialen. Denn dort, wo er Anschluss und Anerkennung sucht - die ihm, dem Super-Macho einfach zusteht -, bei den Frauen, bleibt sie versagt; dort wo er anonym und unerkannt leben und arbeiten soll, verstrickt er sich schließlich in die Beziehung zu einer alten, gebrechlichen Dame, Mrs. Allen von nebenan. Und auch sonst machen ihm die Frauen in New York einen Strich durch seine Killer-Rechnung. Und deshalb endet die Erzählung auch in einer Tankstelle in der Wüste Nevadas.
Die Erzählung, das ist die Haupthandlung in Irene Disches so genanntem Kriminalroman; Erzähler ist Douglas Allen und er erzählt die Geschichte - "eine Geschichte" - einem kleinen Mädchen, seiner Tochter, während sie in seinem Büro hinter der Tankstelle auf die Verleihung des Preises für Arbeitsproduktivität und die saubersten Toiletten warten (Epilog). Dass die Geschichte wahr und damit die des kurdischen (Anti-)Helden Alan ist, das verrät bereits der Prolog: "Dies ist eine wahre Geschichte - ich nenne sie: Ein Job".
Was die Erzählung Disches sicher nicht ist, ist ein Kriminalroman. Eher ist sie ein (schwarzes) Märchen, das die Geschichte eines einsamen (Anti-)Helden des 20. Jahrhunderts erzählt, von den Proben, die er bestehen muss und dem glücklichen Ende, das er nimmt. Dazu passt auch, dass hier nicht immer alles stimmig und stellenweise naiv erzählt ist, wie beispielweise die Darstellung von Alans cultural clash. Trotzdem bereitet die Lektüre durchaus Vergnügen, da die Hauptpersonen - Alan und Mrs. Allen - mit viel Witz und Zuneigung gestaltet sind. Und nicht zuletzt beschäftigt den Leser bis zum Epilog die spannende Frage: Kann ein Job unter diesen - misslichen - Umständen überhaupt gelingen? Wer wird den Job am Ende überleben - Täter und/oder Opfer? Die Antwort fällt auf jeden Fall überraschend aus.
Die Autorin:
Irene Dische ist als Tochter jüdischer Emigranten 1952 in New York geboren. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie hauptsächlich in Berlin. Von Dische erschienen bislang 1989 ihr Erzählband "Fromme Lügen", 1990 "Der Doktor braucht ein Heim" sowie "Zwischen zwei Scheiben Glück" (1993).
Jasmin Oun
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| Infos: | 2002, dtv, broschiert, 154 Seiten, ISBN: 3423130199, EUR 8,50 |
| Datum: | 09.12.02 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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New York, im kurdischen Jahr 2603: Alan, ein kurdischer Profi-Killer, trifft in der Stadt ein. Er ist gerade aus einem Istanbuler Gefängnis entkommen und muss sich in seinem geliebten Istanbul deshalb rar machen. Vielleicht bietet der Ausflug in die USA ja auch die Chancen für eine zweite Karriere? Zuhause hat er bereits alles erreicht: ein elegantes Appartment, Joop-Socken, Brioni-Anzüge, Frauen in Hülle und Fülle. Sein Auftrag in New York: einen ehemaligen türkischen Politiker, Ex-Gouverneur von Kurdistan, unter Druck zu setzen, in dem er seine Familie tötet. Ein Job, mehr nicht, doch Alan hat mit unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen - sprachlichen, kulturellen und nicht zuletzt sozialen. Denn dort, wo er Anschluss und Anerkennung sucht - die ihm, dem Super-Macho einfach zusteht -, bei den Frauen, bleibt sie versagt; dort wo er anonym und unerkannt leben und arbeiten soll, verstrickt er sich schließlich in die Beziehung zu einer alten, gebrechlichen Dame, Mrs. Allen von nebenan. Und auch sonst machen ihm die Frauen in New York einen Strich durch seine Killer-Rechnung. Und deshalb endet die Erzählung auch in einer Tankstelle in der Wüste Nevadas.
Die Erzählung, das ist die Haupthandlung in Irene Disches so genanntem Kriminalroman; Erzähler ist Douglas Allen und er erzählt die Geschichte - "eine Geschichte" - einem kleinen Mädchen, seiner Tochter, während sie in seinem Büro hinter der Tankstelle auf die Verleihung des Preises für Arbeitsproduktivität und die saubersten Toiletten warten (Epilog). Dass die Geschichte wahr und damit die des kurdischen (Anti-)Helden Alan ist, das verrät bereits der Prolog: "Dies ist eine wahre Geschichte - ich nenne sie: Ein Job".
Was die Erzählung Disches sicher nicht ist, ist ein Kriminalroman. Eher ist sie ein (schwarzes) Märchen, das die Geschichte eines einsamen (Anti-)Helden des 20. Jahrhunderts erzählt, von den Proben, die er bestehen muss und dem glücklichen Ende, das er nimmt. Dazu passt auch, dass hier nicht immer alles stimmig und stellenweise naiv erzählt ist, wie beispielweise die Darstellung von Alans cultural clash. Trotzdem bereitet die Lektüre durchaus Vergnügen, da die Hauptpersonen - Alan und Mrs. Allen - mit viel Witz und Zuneigung gestaltet sind. Und nicht zuletzt beschäftigt den Leser bis zum Epilog die spannende Frage: Kann ein Job unter diesen - misslichen - Umständen überhaupt gelingen? Wer wird den Job am Ende überleben - Täter und/oder Opfer? Die Antwort fällt auf jeden Fall überraschend aus.
Die Autorin:
Irene Dische ist als Tochter jüdischer Emigranten 1952 in New York geboren. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie hauptsächlich in Berlin. Von Dische erschienen bislang 1989 ihr Erzählband "Fromme Lügen", 1990 "Der Doktor braucht ein Heim" sowie "Zwischen zwei Scheiben Glück" (1993).
Jasmin Oun