| Autor: | Groß, Claudia |
|---|---|
| Titel: | Das Scholarium Roman |
| Rezension: |
Kurzbeschreibung:
An der Kölner Universität wird anno domini 1413 nicht nur disputiert und mit Worten gefochten - ein Mord reißt die Gelehrtengesellschaft aus ihren Wissenschaftsritualen. Magister Frederico Casall, Verfechter der Lehre von Thomas von Aquin wird in einer verregneten Nacht ermordet; der Mörder liefert mit einem zurückgelassenen Brief einen Hinweis auf einen universitären Hintergrund: "Alles, was zusammengehört, wird von euch getrennt, doch was zusammengehört, das erkennt ihr nicht." Die nun einsetzenden Ermittlungen wollen das Rätsel auf philosophische Art lösen und den Täter so überführen - was sich so ganz ohne Anhaltspunkt schwierig gestaltet. Handelte es sich um eine Tat, die den Streit zwischen Artisten, Nominalisten und Realisten weiter schüren soll? Hat die zwielichtige Vergangenheit des liberalen Magister Lombardi etwas mit dem Mord zu tun? Oder steckt gar die intellektuell (über-)ambitionierte Frau des Toten dahinter?
Warum verschwindet die Witwe plötzlich und wo kommt plötzlich der neue, unauffällige neue Student des Scholariums her?
Beurteilung:
Mit ihrem historischen Roman "Das Scholarium" liefert Claudia Groß eine Reihe interessanter Fakten und Hintergründe über den Universitätsbetrieb am Übergang von Mittelalter zu Renaissance und Humanimus. Das verschulte und in starren Regeln gefangene Denken macht die Suche nach Wahrheit auch aus kriminologischer Sicht zu einem schwieigen Drahtseilakt. Doch nicht nur die einzelnen philosophisch-universitären Strömungen und ihre Denkweisen werden in dem Roman gut herausgearbeitet und in den Plot integriert, sondern auch das, was sich draußen vor den Türen des Scholariums gegen die geltenden sozialen und religiösen Regeln widersetzt, wird eingefangen. Nur hier funktioniert die Integration nicht ganz so leicht - zu laut, zu bunt und aufdringlich werden zum Beispiel die Riten einer ketzerischen Sekte beschrieben. Und nicht zuletzt die emanzipatorischen Bestrebungen der Witwe Casalls scheinen dem 15. Jahrhundert durchaus ein gutes Stück voraus zu sein. Schade auch, dass die Sprache Groß' nicht mit ihrem großen alltags- und wissenchaftshistorischem Wissen mithalten kann - an manchen Stellen betont hochtrabend, an anderen seicht und etwas plump; das ist besonders schade, weil das Buch ansonsten auf Grund seines Kenntnisreichtums durchaus eine hochspannende und anregende Lektüre hätte bieten können.
Die Autorin:
Claudia Groß wurde 1956 im nordhessischen Arolsen geboren und studierte Philosophie und Germanistik mit dem Schwerpunkt Mediävistik. Heute lebt und arbeitet sie in Kempen am Niederrhein, wo sie ein Studio für Orientalischen Tanz leitet. Ihr erster historischer Roman "Die Runenmeisterin" erschien ebenfalls bei dtv.
Jasmin Oun |
| Infos: | 2002, dtv, broschiert, 335 Seiten, ISBN 3423243147, EUR 14,50 |
| Datum: | 29.01.03 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
Zur Liste

Kurzbeschreibung:
An der Kölner Universität wird anno domini 1413 nicht nur disputiert und mit Worten gefochten - ein Mord reißt die Gelehrtengesellschaft aus ihren Wissenschaftsritualen. Magister Frederico Casall, Verfechter der Lehre von Thomas von Aquin wird in einer verregneten Nacht ermordet; der Mörder liefert mit einem zurückgelassenen Brief einen Hinweis auf einen universitären Hintergrund: "Alles, was zusammengehört, wird von euch getrennt, doch was zusammengehört, das erkennt ihr nicht." Die nun einsetzenden Ermittlungen wollen das Rätsel auf philosophische Art lösen und den Täter so überführen - was sich so ganz ohne Anhaltspunkt schwierig gestaltet. Handelte es sich um eine Tat, die den Streit zwischen Artisten, Nominalisten und Realisten weiter schüren soll? Hat die zwielichtige Vergangenheit des liberalen Magister Lombardi etwas mit dem Mord zu tun? Oder steckt gar die intellektuell (über-)ambitionierte Frau des Toten dahinter?
Warum verschwindet die Witwe plötzlich und wo kommt plötzlich der neue, unauffällige neue Student des Scholariums her?
Beurteilung:
Mit ihrem historischen Roman "Das Scholarium" liefert Claudia Groß eine Reihe interessanter Fakten und Hintergründe über den Universitätsbetrieb am Übergang von Mittelalter zu Renaissance und Humanimus. Das verschulte und in starren Regeln gefangene Denken macht die Suche nach Wahrheit auch aus kriminologischer Sicht zu einem schwieigen Drahtseilakt. Doch nicht nur die einzelnen philosophisch-universitären Strömungen und ihre Denkweisen werden in dem Roman gut herausgearbeitet und in den Plot integriert, sondern auch das, was sich draußen vor den Türen des Scholariums gegen die geltenden sozialen und religiösen Regeln widersetzt, wird eingefangen. Nur hier funktioniert die Integration nicht ganz so leicht - zu laut, zu bunt und aufdringlich werden zum Beispiel die Riten einer ketzerischen Sekte beschrieben. Und nicht zuletzt die emanzipatorischen Bestrebungen der Witwe Casalls scheinen dem 15. Jahrhundert durchaus ein gutes Stück voraus zu sein. Schade auch, dass die Sprache Groß' nicht mit ihrem großen alltags- und wissenchaftshistorischem Wissen mithalten kann - an manchen Stellen betont hochtrabend, an anderen seicht und etwas plump; das ist besonders schade, weil das Buch ansonsten auf Grund seines Kenntnisreichtums durchaus eine hochspannende und anregende Lektüre hätte bieten können.
Die Autorin:
Claudia Groß wurde 1956 im nordhessischen Arolsen geboren und studierte Philosophie und Germanistik mit dem Schwerpunkt Mediävistik. Heute lebt und arbeitet sie in Kempen am Niederrhein, wo sie ein Studio für Orientalischen Tanz leitet. Ihr erster historischer Roman "Die Runenmeisterin" erschien ebenfalls bei dtv.
Jasmin Oun