| Autor: | Román, Antonio |
|---|---|
| Titel: | Eero Saarinen An Architecture of Multiplicity |
| Rezension: |
Modernismus, Manierismus, mangelnde Kohärenz, Stillosig- und Unfähigkeit - mit diesen Ettiketten und Vorwürfen sah sich Eeero Saarinen zu Lebzeiten konfrontiert. So schrieb Frank Lloyd Wright an Saarinens zweite Frau "to tell your young architect that I hope he will do something someday that I like". Erst nach seinem frühen Tod 1961 fand sein architektonisches Werk breitere Aufmerksamkeit und Zustimmung. 1962 erhielt Saarinen post mortem die Goldmedaillie des American Institute of Architects. In seiner Einführung in den Band "Eero Saarinen. An Architecture of Multiplicity" beschreibt Antonio Román zunächst die kontroverse Rezeption, die die Architektur Saarinens vor allem in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr. Er skizziert die Biografie des gebürtigen Finnen und Architektensohnes und beschreibt dessen Herangehensweise an Architektur, soweit dies anhand der dürftigen Quellenlage möglich ist, und entwirft seine These der "Architecture of Multiplicity".
In der Folge lässt Román dann die großformatigen, oft doppelseitigen schwarz-weiß Bilder der Saarinen Objekte im Wesentlichen für sich sprechen. Zwar werden die Objekte zumeist (auf englisch) beschrieben und technisch sachverständig kommentiert, doch die hervorragende Illustration, durch Skizzen und Originalpläne ergänzt, dominiert den Band. Gegliedert wird er von den Kapiteln "Creating", Dwelling", "Building" und "Socialzing", die die Objekte thematisch einordnen. Im Kapitel "Judging" geht Román auf die Rolle Saarinens als Juror bei der Preisvergabe für die Oper in Sydney ein. Im Epilog, der mit "An Architecture of Multiplicity" überschrieben ist, fasst Román dann in einer Schlussfolgerung zusammen, dass Saarinen als erster Postmodernist zu betrachten sei, lange vor dem Postmodernismus.
Der Architekt:
Eero Saarinen wurde 1910 in Kirkkonummi/Finnland geboren und kam 1923 mit seiner Familie nach Amerika. 1929 begann er ein Bildhauerstudium in Paris, wechselte 1930 nach New Haven und studierte Architektur in Yale. Danach arbeitete er im Architekturbüro seines Vaters Eliel Saarinen und wurde 1941 dessen Partner. Die erste Anerkennung erfuhr Saarinen durch den Wettbewerbsgewinn für das Jefferson National Expansion Memorial in St.Louis 1948. 1950 eröffnete er unter dem Namen Eero Saarinen and Associates sein erstes eigenes Büro in Birmingham. Der Stil Saarinens orientierte sich vor allem an den Wünschen der Auftraggeber und ging oft von geradlinigen Stahl- und Glaskuben aus, entwickelte sich expressiv organisch oder streng geometrisch. Wesentlicher Anspruch: Jedes Werk sollte aus einem Guss sein. Dabei arbeitete er in seinem Büro zum Teil mit über 60 Mitarbeitern an bis zu 18 Projekten gleichzeitig. Wichtige Arbeiten Saarinens sind unter anderem der TWA-Terminal des JFK-Airports in New York, der CBS-Wolkenkratzer - sein einziger - in New York sowie die schwebende Dachkonstruktion des Duelles International Airports in Washington D.C. Saarinen entwarf jedoch nicht nur Gebäude, sondern auch Möbel, zum Beispiel gemeinsam mit Charles Eames Sperrholzobjekte, die allerdings nie in Serie produziert wurden. Eero Saarinen starb im Alter von 51 Jahren 1961 in Detroit an einem Gehirntumor. Mehr als ein Drittel seiner Bauten wurden erst nach seinem Tod vollendet.
Der Autor:
Antonio Román legt mit diesem Band erstmals nach 35 Jahren wieder eine Saarinen-Monografie vor. Román, selbst Architekt und Historiker, studierte das Werk Saarinens ausführlich, sprach mit Kollegen und Auftraggebern, um ein umfassendes, wissenschaftlich fundiertes Portrait des Architekten und seines Werkes zu schaffen. Román studierte in Madrid und Harvard und lebt heute in Bilbao.
Jasmin Oun |
| Infos: | 2003, Princeton Architectural Press, New York, gebunden, in englischer Sprache, 204 Seiten, ISBN: 1856693201, $ 37,80 |
| Datum: | 29.11.04 |
| Link: | Beim Online-Buchhandel bestellen |
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Modernismus, Manierismus, mangelnde Kohärenz, Stillosig- und Unfähigkeit - mit diesen Ettiketten und Vorwürfen sah sich Eeero Saarinen zu Lebzeiten konfrontiert. So schrieb Frank Lloyd Wright an Saarinens zweite Frau "to tell your young architect that I hope he will do something someday that I like". Erst nach seinem frühen Tod 1961 fand sein architektonisches Werk breitere Aufmerksamkeit und Zustimmung. 1962 erhielt Saarinen post mortem die Goldmedaillie des American Institute of Architects. In seiner Einführung in den Band "Eero Saarinen. An Architecture of Multiplicity" beschreibt Antonio Román zunächst die kontroverse Rezeption, die die Architektur Saarinens vor allem in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr. Er skizziert die Biografie des gebürtigen Finnen und Architektensohnes und beschreibt dessen Herangehensweise an Architektur, soweit dies anhand der dürftigen Quellenlage möglich ist, und entwirft seine These der "Architecture of Multiplicity".
In der Folge lässt Román dann die großformatigen, oft doppelseitigen schwarz-weiß Bilder der Saarinen Objekte im Wesentlichen für sich sprechen. Zwar werden die Objekte zumeist (auf englisch) beschrieben und technisch sachverständig kommentiert, doch die hervorragende Illustration, durch Skizzen und Originalpläne ergänzt, dominiert den Band. Gegliedert wird er von den Kapiteln "Creating", Dwelling", "Building" und "Socialzing", die die Objekte thematisch einordnen. Im Kapitel "Judging" geht Román auf die Rolle Saarinens als Juror bei der Preisvergabe für die Oper in Sydney ein. Im Epilog, der mit "An Architecture of Multiplicity" überschrieben ist, fasst Román dann in einer Schlussfolgerung zusammen, dass Saarinen als erster Postmodernist zu betrachten sei, lange vor dem Postmodernismus.
Der Architekt:
Eero Saarinen wurde 1910 in Kirkkonummi/Finnland geboren und kam 1923 mit seiner Familie nach Amerika. 1929 begann er ein Bildhauerstudium in Paris, wechselte 1930 nach New Haven und studierte Architektur in Yale. Danach arbeitete er im Architekturbüro seines Vaters Eliel Saarinen und wurde 1941 dessen Partner. Die erste Anerkennung erfuhr Saarinen durch den Wettbewerbsgewinn für das Jefferson National Expansion Memorial in St.Louis 1948. 1950 eröffnete er unter dem Namen Eero Saarinen and Associates sein erstes eigenes Büro in Birmingham. Der Stil Saarinens orientierte sich vor allem an den Wünschen der Auftraggeber und ging oft von geradlinigen Stahl- und Glaskuben aus, entwickelte sich expressiv organisch oder streng geometrisch. Wesentlicher Anspruch: Jedes Werk sollte aus einem Guss sein. Dabei arbeitete er in seinem Büro zum Teil mit über 60 Mitarbeitern an bis zu 18 Projekten gleichzeitig. Wichtige Arbeiten Saarinens sind unter anderem der TWA-Terminal des JFK-Airports in New York, der CBS-Wolkenkratzer - sein einziger - in New York sowie die schwebende Dachkonstruktion des Duelles International Airports in Washington D.C. Saarinen entwarf jedoch nicht nur Gebäude, sondern auch Möbel, zum Beispiel gemeinsam mit Charles Eames Sperrholzobjekte, die allerdings nie in Serie produziert wurden. Eero Saarinen starb im Alter von 51 Jahren 1961 in Detroit an einem Gehirntumor. Mehr als ein Drittel seiner Bauten wurden erst nach seinem Tod vollendet.
Der Autor:
Antonio Román legt mit diesem Band erstmals nach 35 Jahren wieder eine Saarinen-Monografie vor. Román, selbst Architekt und Historiker, studierte das Werk Saarinens ausführlich, sprach mit Kollegen und Auftraggebern, um ein umfassendes, wissenschaftlich fundiertes Portrait des Architekten und seines Werkes zu schaffen. Román studierte in Madrid und Harvard und lebt heute in Bilbao.
Jasmin Oun