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Ehefrau zu vermieten

Autor: Blacklock, Diane
Titel: Ehefrau zu vermieten
Roman
Rezension: Ehefrau zu vermieten Sam ist über 35, Hausfrau und managt nicht nur ihr Haus und ihre Kinder sondern auch ihren Mann – bis dieser ihr mitteilt, dass er sich von ihr trennen will. Eine Welt bricht für sie zusammen. Sie wollte nichts anderes als Ehefrau und Mutter sein und nun liegt ihr Leben in Scherben. Auch wenn sie bisher den Alltag scheinbar mühelos allein bewältigt hat, so ist sie jetzt plötzlich ihres Sicherheitsnetzes beraubt. Eben noch Ehefrau und jetzt eine von ihrem Mann sitzen gelassene, alleinerziehende, bemitleidenswerte Frau. Ihr Pseudojob – einen halben Tag pro Woche – bringt sie da auch nicht weiter. Als sie im Fernsehen von der Agentur "Ehefrau zu vermieten" hört, ergreift sie die Chance. Denn wenn sie eines kann, dann eine perfekte Ehefrau zu sein. Und so beginnt sie für "wildfremde Menschen" zu arbeiten, aber nicht als "Putze", sondern als "Lifestyle-Managerin" organisiert sie im Auftrag ihrer Kunden Dinnerpartys, bucht Urlaube, bestellt Tisch und Blumen für Rendevous oder beauftragt Handwerker für eine Hausrenovierung. Bald ist sie in ihrem Job hoch geschätzt, nur ein "Kunde" zeigt sich widerspenstig: Hal, ein gutaussehender Amerikaner um die 40, will sich partout nicht ihre Dienste annehmen. Sam stellt sich dieser Herausforderung ... und findet heraus, dass sie vieles in ihrem Leben kontrollieren kann, aber eben nicht alles und schon gar nicht die Liebe... Ja genau, "Ehefrau zu vermieten" ist der klassische Frauenroman für ein verregnetes Wochenende oder für den Urlaub. Eine Frau wie du und ich erfährt unverdient Schreckliches in ihrem Leben, aber sie emanzipiert sich, entwickelt sich und ihr Ego weiter und wird erfolgreich. Obendrein läuft ihr noch ein Traummann über den Weg, der sich auch noch für sie zu interessieren scheint. Der Plott ist einfach gestrickt und die Handlung vorhersehbar. Das Zusammentreffen von zwei unterschiedlichen Kulturen – der amerikanischen und der australischen – kommt in der deutschen Übersetzung dabei sehr holprig rüber. Darüber hinaus ziert sich die Protagonistin fast unerträglich lang, bis sie ihr Glück begreift. Dennoch hält Dianne Blacklock ihre Leserinnen (Leser wird dieses Buch voraussichtlich nicht finden) 635 Seiten lang im Bann. Diese wissen zwar schon von Anfang an, dass es ein Happy-End geben wird, aber dennoch saugen ihre Augen gierig die Buchstaben auf. Wie bei einem schönen Liebesfilm im Fernsehen, bei dem wir mit den Helden weinen und lachen können, weil sie die gleichen Ängste und Sorgen haben wie wir. Und am Ende werden wir mit einem Märchen belohnt: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich und zufrieden. Diane Blacklocks Roman ist keine hohe Literatur, aber manchmal muss es eben einfach so ein Schmöker sein, das braucht Frau einfach, so wie die Droge Schokolade. Sie macht für ein paar Stunden glücklich, entführt uns in eine Traumwelt, nur am Ende kehren wir wieder in die Realität zurück und fragen uns: Wie kann man nur mit so einem Schwachsinn seine Zeit verplempern. Aber das ist wohl so im richtigen Leben. Die Autorin: Diane Blacklock lebt mit ihrem Ehemann und vier Söhnen südlich von Sydney. Wenn sie nicht gerade einen neuen Roman schreibt, unterrichtet sie am TAFE-College in Sydney Kommunikationswissenschaften. Bisher in deutsch erschienen: „Leider falsch verbunden“ (Blanvalet, März 2004, ISBN 3442358736) Heike Meyer
Infos: Juli 2004, Blanvalet, Taschenbuch, 635 Seiten, ISBN 3-442-36083-8, EUR 8,95
Datum: 29.11.04
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