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Im Schutz der Nacht

Autor: Eduard Márquez
Titel: Im Schutz der Nacht
Roman
Rezension: Im Schutz der Nacht Lars Belden erfährt durch eine Anzeige vom Tod seiner ehemaligen Geliebten Sela Huber. Getrieben von der Frage, warum Sela ihn damals plötzlich und ohne Erklärung verließ, sucht er ihre Wohnung auf. Hier verbringt Lars Belden fünf Nächte und begibt sich auf Spurensuche. In dem Zimmer, zu dem Sela ihm den Zutritt immer verwehrt hatte, wird er fündig: In Tagebüchern, auf Kassetten und Videos hat Sela Huber ihr gesamtes Leben akribisch aufgezeichnet, in Plastikbeuteln alles aufgehoben, das ihr etwas bedeutete – Memoiren, in denen auch Lars Belden eine Rolle spielt. Hier wird er gezwungen, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Beziehung zu Sela, die immer schwierig war, zu rekonstruieren. Die Erkenntnisse, die sich Lars Belden und dem Leser nach und nach offenbaren, sind erschreckend. Am Ende erkennt Lars Belden, dass Sela Huber ihn verließ, um sein Leben zu retten. In kurzen, knappen Sätzen, teils schon fragmentarisch, und dennoch in einer dichterischen Fülle beschreibt Márquez das Problem des Stalking. Gleichzeitig ist "Im Schutz der Nacht" auch ein Roman über die Angst, Erinnerungen und damit ein Stück weit die eigene Identität zu verlieren sowie über die Hoffnung, nach dem Tod unvergessen zu bleiben. Nicht nur die Thematik, auch die düstere Atmosphäre tragen dazu bei, dass der Roman nach dem Weglegen ein beklemmendes Gefühl hinterlässt. Die Lektüre lohnt sich dennoch allemal. Yvette Kaslik
Infos: Dtv, 2005, broschiert, 134 Seiten, ISBN 3423244925, 12,00 Euro
Datum: 18.01.07
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