| Autor: | Hamilton, Hugo |
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| Titel: | Gescheckte Menschen |
| Rezension: |
"Wir sind etwas Besonderes, weil wir Irisch und Deutsch sprechen... Aber eigentlich willst du nichts Besonderes sein. Dort draußen in Irland möchtest du sein wie alle anderen. Weder möchtest du jemand sein, der Irisch spricht, noch Deutscher, Kraut oder Nazi." Als Sohn einer deutschen Mutter und eines autoritären irischen Vaters hat es der Ich-Erzähler des Romans "Gescheckte Menschen" im Dublin der 50er und 60er-Jahre nicht leicht. Er ist überall fremd, immer anders als die anderen und möchte doch nichts lieber als dazuzugehören - er ist ein gescheckter Mensch. Der Vater bezeichnet ihr Anderssein mit dem irischen Wort "brack", das gefleckt, bunt bedeutet. Die Mutter backt oft "barm brack," ein Rosinenbrot. Hugo denkt sich: "Also sind wir Brack, selbst gebackenes irisches Brot mit deutschen Rosinen darin." Und solange er nicht, wie die anderen Kinder, Englisch spricht, wird er "brack" bleiben. Doch Englisch ist vom Vater unter Androhung von Strafe verboten, denn es ist die Sprache der Besetzer, des Feindes. Und weil es nicht viele Gälisch sprechende Kinder in Dublin gibt, bleibt Hugo meist alleine oder spielt mit seinem Bruder Franz. Manchmal gerät er mit ihm in einen Hinterhalt und wird von anderen Kindern als Eichmann beschimpft und verprügelt. Sich zu wehren, kommt nicht in Frage, denn das Gesetz der Mutter lautet: "Wir sind keine Faust-Menschen". Das ist ihre Lehre aus Nazi-Herrschaft sowie persönlichen Angriffen und Verletzungen. Vor diesen ist sie nach Irland geflohen und will hier mit ihrer Familie ein anderes, besseres Leben leben. Doch ihre gute Absicht, ihre Kinder zu neuen, besseren Menschen zu machen, die das Gute aus beiden Kulturen vereinigen, wiegt als Ballast auf deren Schultern manchmal tonnenschwer. |
| Infos: | btb, München, 2006, Taschenbuch, Roman, 318 Seiten, ISBN 3442734258, 9,00 Euro |
| Datum: | 19.02.09 |
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