| Autor: | Lianke, Yan |
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| Titel: | Dem Volke dienen |
| Rezension: |
Zur Zeit von Maos Kulturrevolution wird der brave Soldat Wu Dawang als Haushaltshilfe für den Divisionskommandeur abberufen. Zur Vorbereitung auf seine Aufgabe unterzieht man ihn einer Gehirnwäsche: „Der Verwaltungsleiter hatte ihn gefragt: ‚Was sind die wichtigsten Prinzipien, die du beachten musst, wenn du jetzt beim Kommandeur Dienst tust?’ ‚Ich darf nichts fragen, nichts tun und nichts sagen, was mir nicht zukommt… Ich muss mir immer bewusst sein, dass mein Dienst beim Kommandeur Dienst am Volke ist.’ ‚Noch mehr aber kommt es darauf an, dass das keine bloßen Sprüche bleiben und du deinen Worten auch Taten folgen lässt.’ Diensteifrig folgt er den Anweisungen seines Vorgesetzten, kocht, putzt und wäscht, immer in der Hoffnung, bald befördert zu werden und seine Familie aus der Provinz nachholen zu können. Doch alsbald gerät er in Situationen, die er sich zuvor in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt hatte. Während einer längeren Abwesenheit des Kommandeurs macht sich dessen hübsche Frau Liu Lian an den ahnungslosen Wu heran. ’Zieh dich aus, um dem Volke zu dienen’, befiehlt sie ihm, und er gehorcht. Eine amour fou entfacht zwischen den beiden, vergessen sind Volk und Partei. Erst als im Schlafzimmer eine Skulptur des Großen Vorsitzenden zerbricht, erwachen die beiden aus dem Liebesrausch - auf solch einen konterrevolutionären Akt steht die Todesstrafe. Doch das, was nach dem abrupten „Dienstende“ auf die Beiden wartet, ist fast noch schlimmer. Und doch, es ist nicht das Ende. |
| Infos: | Ullstein, 2004, Roman, gebunden, 206 Seiten, ISBN 978-3-550-08687-8, 16,90 Euro |
| Datum: | 11.03.10 |
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