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Das ausgestellte Kind

Autor: Härtling, Peter
Titel: Das ausgestellte Kind
Mit Familie Mozart unterwegs
Rezension: Das ausgestellte Kind

Schon als Sechsjähriger kann Wolferl Klavier spielen, etwas Geige und Orgel. „Und er kann fluchen, träumen und furzen.“ In ‚Das ausgestellte Kind’ erzählt Peter Härtling aus der Kindheit des berühmten Komponisten Mozart – von allen Wolferl genannt –, der schon damals als Wunderkind galt. Indem er die kindlichen Gedanken sprachlich nachzeichnet, zeigt Härtling, dass der ungewöhnlich begabte Mozart gleichzeitig auch einfach ein Kind war. Der eigene Vater jedoch scheint das oft zu vergessen und stellt seine Kinder, Wolferl und seine Schwester Nannerl, ehrgeizig zur Schau. Immer neue Engagements für Konzerte der beiden führen die Familie Mozart von Stadt zu Stadt: Eine Unbeständigkeit, unter der der Sechsjährige leidet.

Wie es ist, ständig fern der Heimat zu sein, von Unbekannten immer wieder bestaunt zu werden und wie sich ein besonderes Kind in der Erwachsenenwelt fühlt – das bringt Peter Härtling mit einem Gespür für liebenswerte Details rüber. Eindrucksvoll ist dabei vor allem die feine Beobachtung der kindlichen Denkweise und Gefühlswelt sowie die Sprache, die der Autor dafür findet. In kurzen, einfach und sachlich formulierten Sätzen gelingt ihm ein einfühlsames Portrait des begabten, jungen Mozart als ausgestelltes Kind.


Jennifer Liedtke

Infos: dtv, 2008, Taschenbuch, 112 Seiten, ISBN 978-3-423-13717-1, 7,90 Euro
Datum: 07.05.10
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