| Autor: | Hacker, Katharina |
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| Titel: | Der Bademeister |
| Rezension: |
Ein Bademeister ohne Schwimmbad ist wie… ein Fisch auf dem Trockenen. Lebensunfähig, verzweifelt, dem Tode geweiht. So ergeht es dem Protagonisten in Katharina Hackers Debütroman „Der Bademeister“. „Sein“ Schwimmbad am Prenzlauer Berg wurde wegen Baufälligkeit geschlossen. Der Putz bröckelt von den Wänden, die Installationen sind marode, das Personal hat das Weite gesucht. Während draußen die Wendezeit die Menschen mitreißt, reißt der Verfall hier diejenigen zu Boden, denen die Welt draußen fremd geworden ist. Der arbeitslose Bademeister, der sich draußen noch nie zurecht gefunden hat, beschließt, das Bad nicht mehr zu verlassen. Er bleibt als einziger, bekämpft eine Zeit lang noch den Zerfallsprozess durch Putzen, Fegen, Wischen. Gleichzeitig rekapituliert er seine Vergangenheit: eine unglückliche Kindheit mit einem Vater, der eine dunkle Geschichte besitzt und bald Selbstmord verübt, eine dominante Mutter, verpasste Chancen, fehlendes Selbstvertrauen, mangelnder Wille zur Anpassung, Einzelgängertum. Schon lange ist das Schwimmbad seine letzte Zuflucht und Heimat. Auch wenn die Geschichte des Bades selbst dunkel ist: Der Vorgänger des Bademeisters wurde abgeholt und tauchte nie wieder auf, Gerüchte über versteckte Mikrophone kursierten. Und während des Nationalsozialismus war das Volksbad zu Zwecken missbraucht worden, über die nie jemand zu sprechen wagte. |
| Infos: | Suhrkamp, 2006, Roman, Taschenbuch, 206 Seiten, ISBN 978-3518459058, 7,50 Euro |
| Datum: | 02.07.10 |
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